Umgang mit Angst



Wer Vertrauen hat, erlebt jeden Tag Wunder.

Peter Rosegger







„Nimm dich in Acht: das Pferd errät dich, dich und deine geheimsten Gedanken…
Wenn du ihm nicht vertraust, wird es dir nicht trauen;
Wenn du schwankend wirst, wird es eigene Wege gehen.
Wenn du erschreckst, wird es erschrecken;
Aber es wird mutig und guter Dinge sein, wenn du mutig und guter Dinge bist".

Aus „Reitvorschrift für eine Geliebte" von Rudolf G. Binding


Angst blockiert dich
Angst lähmt dich
Angst verkrampft dich
Angst verändert dich
Angst macht dir Angst vor der Angst.....


Angst ist eine lebenswichtige Schutzfunktion für unser Leben. Doch wird die Angst zu mächtig und führt zu Vermeidungsstrategien, so beginnen wir zu leiden. Die Angst wird in bestimmten Situationen zur Angewohnheit.









"Alles was du jemals wolltest
ist auf der anderen Seite der Angst."

Georg Addair




Angst ruft durch die verstärkte Tätigkeit des Sympathikus (anregendes Nervensystem) viele körperliche Reaktionen wie Schwitzen, Herzrasen, ein flaues Magengefühl usw. hervor. Außerdem entstehen bestimmte Gefühle, die uns wiederum zu einem bestimmten Handeln motivieren:
Ein Teufelskreis von Angst - Anspannung – verspanntes Pferd – noch mehr Angst usw. entsteht.
Die Geschichten rund um die Angst werden in unserem Gedächtnis gespeichert, wobei es dort verschiedene Speicherorte gibt.
Wir unterscheiden zwischen unserem "Bewussten" Gedächtnis, das sich im Neocortex, einem recht jungen Bereich unserer Großhirnrinde befindet. Es speichert Erlebnisse, Abläufe, Tatsachen u.ä. und kann direkt abgerufen werden. Hier finde ich die Antwort auf die Frage: Warum und wovor habe ich Angst?
Im limbischen System, einem sehr alten funktionalen Teil des Gehirns liegt unser "Unbewusstes" Gedächtnis.
Hier wird der Umgang mit unseren Emotionen massgeblich gesteuert. Die dort gespeicherten Informationen können nicht willentlich abgerufen werden. Gelernte, mittlerweile automatisierte Bewegungsabläufe wie Laufen, Auto fahren und auch Reiten sind hier abgespeichert, aber auch emotional traumatische Erlebnisse!!!







Es gibt viele verschiedene Ursachen für die Angst rund um`s Pferd!
Beim Reiten gebe ich ein Stück Kontrolle über meinen Körper ab. Ich stehe nicht mehr auf festem Boden. Ich befinde mich teilweise in relativ großer Höhe, wodurch bei vielen die natürliche Angst zu fallen verstärkt wird. Nicht immer bewegt sich dieses Tier unter mir in dem von mir gewünschten Tempo - ich bekomme Angst vor der Geschwindigkeit - das Pferd könnte durchgehen, steigen, bocken... Angst vor einem Kontrollverlust! Angst vor körperlichen Schmerzen durch Tritte, Stürze, Bisse....aber auch die Angst vom Pferd zurückgewiesen zu werden, wenn ich ihm Grenzen setze und,und...die Ursachen der Angst und ihre Intensität sind so individuell und vielschichtig wie die Menschen und ihre Pferde!!!!!






Was tun?
Um dies zu durchbrechen müssen neue Muster, ein neues Selbstbild für eben diese Situationen geschaffen werden.
Das Unterdrücken dieser Gefühle ist der falsche Weg!
Vielmehr muss ich analysieren wovor ich eigentlich Angst habe – ich muss meine Angst definieren um sie bewältigen zu können. Auch hier ist wie so oft im Leben der Weg das Ziel.
Ich muss mir persönliche Ziele setzen, die ich dann in Etappenziele unterteile. Denn durch viele kleine Etappen komme ich langsam aber sicher zum Erfolg!!!
Ich muss kontinuierlich an diesen Zielen arbeiten, ehrlich zu mir sein und keine Vermeidungs-
strategien entwickeln!!!
Ich muss wirklich an mir und mit dem Pferd arbeiten ( z. Bsp. Vertrauen und Sicherheit durch Bodenarbeit gewinnen)!




Lebe im Hier und Jetzt - dort begegnest du deinem Pferd.











Unser Gehirn schaltet im Stressmodus das bewusst assoziative Denken aus, so dass innerhalb von Sekunden die Entscheidung
Kampf - Flucht getroffen werden muss.Wenn dieses Hin - und -Her auf dem Pferd statt findet, können wir versuchen es zu unterdrücken, aber dem Pferd entgeht nichts!



" Egal, wie gut du etwas vor dir selbst oder vor anderen verstecken kannst,
dein Nervensystem wird unwillkürlich aussenden, was du wirklich fühlst -
und zwar auf einer Frequenz, die Pferde besonders gut empfangen können."

aus "Botschafter zwischen den Welten" von Linda Kohanov







Doch wie mache ich das?

1. Durch ehrliche Angstanalyse! Viele Fragen gilt es für sich selbst zu klären - wie z. Bsp.:
Warum reite ich?
Warum habe ich ein Pferd?
Was erwarte ich reiterlich bzw. im Umgang mit dem Pferd von mir?
Was erwarte ich von meinem Pferd?
Was bedeutet mein Pferd für mich?
Habe ich genug Fachwissen um es zu verstehen?
Passt mein Pferd zu mir?
Welche Ängste habe ich im Leben?
Ist mein Pferd vielleicht nur der indirekte Auslöser meiner Ängste, die ihren Ursprung in ganz anderen Bereichen meines Lebens haben?
Was bringt mir meine Angst? Habe ich durch sie einen Vorteil? Bringt sie mir auch Positives?...........

2. Durch Entspannungsübungen und innere Bilder lassen sich viele Probleme angehen und der Angst ein Schnäppchen schlagen.Hierbei kann autogenes Training sehr hilfreich sein! Innere Bilder wie z. Bsp. ein einsamer Strand an dem die Wellen leise rauschen und der Wind sanft weht oder eine innere warme strahlende Sonne sind sehr hilfreich zum Entspannen von Körper und Geist.
Am besten wirkt das Visualisieren von positiven Erlebnissen und Gefühlen wenn alle Sinne einbezogen werden – ich also in meinem Beispiel das Meer auch rieche und den Sand auf meiner Haut spüre.
Vielleicht hilft auch die Vorstellung eines Geruches, eines bestimmten Duftes oder eine innere Musik, ein Lied singen, summen, etwas beruhigendes - vielleicht ein Schlaflied!? Schaffe dir deine persönlichen inneren Bilder, deine Innere Musik o.a. und verbinde sie mit einem Schlüsselwort - wenn du an dieses Wort denkst, erscheinen automatisch all deine positiven Bilder, Klänge, Düfte.. vor deinem inneren Auge und sind da wenn du sie brauchst! Versuche es! Auch hier heißt es wieder üben, üben...aber es lohnt sich - es ist der Beginn eines Neuanfanges!!!!
Positive Gefühle rufen außerdem einen rhythmischen Wechsel von Muskelan- und -abspannung hervor!!! Genau konträr wirken Angst und Stress - sie können zu Dauerkontraktionen der Muskulatur führen, wodurch koordinierte, fließende Bewegungen nicht mehr möglich sind und sogar gefahrenträchtige Fehlbewegungen entstehen können

3. Durch reale positive Erlebnisse überschreibe ich die Angstbilder im Gehirn und programmiere sie sozusagen um!!! Beispiel: Angst vor Ausritten - Am ersten Tag gehe ich nur bis zum Tor,am zweiten 20m weiter... - immer nur so weit wie es mir noch gut geht (und meinem Pferd auch!) Hilfreich hierbei ist auch die Unterstützung von guten, verlässlichen Freunden, die Sicherheit vermitteln und vor denen ich mich nicht schäme!!! Hierdurch gewinne ich Vertrauen zu mir und meinem Pferd - die Basis für weitere Schritte!!!!





4. Atmen nicht vergessen! Angst – Verspannung – Atem anhalten – noch mehr Verspannung…… Hierbei helfen diverse Atemtechniken wie auch das Bauchatmen nach Paul Dennison sowie die verschiedenen Brain - Gym - Energieübungen.

5. Auch eine positive Körperhaltung ruft angenehme Gefühle hervor und lässt positive Gedanken folgen - die Angst wird geschwächt. Also LÄCHELN!!!!!!!

6. Positiv Denken : Ich schaffe das! Ich bin ruhig! Ich bin mutig! Ich kann das! Ich will das!





7. Achtsamkeit – Leben im Hier und Jetzt! Lebe ich bewusst in diesem Moment, so hat die Angst keine Chance, denn sie lebt im gestern und morgen. Beispiel: Als ich gestern an diesem Busch vorbei geritten bin hat mein Pferd gescheut und ich wäre fast herunter gefallen. Morgen scheut es sicher wieder und diesmal falle ich ganz bestimmt herunter!



Das bedeutet also: Ich muss mir das Gefühl meiner Angst bewusst machen - erkennen welche Ursache sich dahinter verbirgt - entsprechende Veränderungen vornehmen - ich muss die Angst annehmen und akzeptieren - und dann einfach LOSLASSEN!!!
Klingt einfach - ist aber alles andere als das !!!!







"Zu viele von uns leben nicht ihre Träume,
sondern ihre Ängste."

Les Brown



Eine Geschichte

Glücklich sein

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne.


Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich ..."
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
"Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"
Er sagte wiederum:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich ... "
Wieder sagten die Leute:
"Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen:
"Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.

Östliche Weisheit

Handlungsbedarf beginnt wenn eine Beeinträchtigung in deinem Lebensalltag durch diese deine Angst entstanden ist!!!!

Wenn du dich in meinen Ausführungen wieder findest und das Gefühl hast eine Lösung für diese Probleme finden zu wollen, hast du den 1. Schritt getan.

AUF DEINEM WEITEREN WEG BIN ICH DIR GERNE BEHILFLICH!



....... Auch ein Weg von 1000 Meilen beginnt mit einem Schritt.

LAOTSE






ATME", sagt das Pferd.
"Ich kann nicht", sage ich.
"STEH AUF", sagt das Pferd.
"Wo soll ich hin?" sage ich.
"ZU DIR", sagt das Pferd.
"LASS LOS, KOMM IN MIR ZUR RUHE UND ATME."
"Ich weiß nicht, wie das geht", sage ich.
"FÜHLE die Erde, streck dich zum Himmel, dann öffne die Augen und SEI". sagt das Pferd.
"Lass uns den Weg gemeinsam gehen", sagt es. "Wo du mutlos bist, trage ich dich.
Wo du klein bist, bin ich groß. Erinnere dich, wer wir waren.
Sieh, wer wir sind. Lass geschehen, wer wir werden."
"Wo ist der Weg?" frage ich. "Ich kann nichts sehen."
"WIR GEHEN DOCH SCHON", sagt das Pferd.

unbekannt




Weiteres über den Umgang mit Angst findest du auch unter Kinetic mind coaching und pferdegestütztes coaching!!!




zurück nach oben